Abriss am Nordbahnhof

Stellwerk

Das Stellwerk verschwindet

Nach 65 Jahren ist es nun so weit: Das Stellwerk am Detmolder Tor fällt dem elektronischen Fortschritt zum Opfer. Verbaut wurde in der damaligen Zeit eine Technik, die aus heutiger Sicht mindestens noch einmal so alt ist wie das Gebäude selbst. Man stelle sich vor, heute würden Türschellen noch mit Seilzugtechnik arbeiten - interessant, aber abenteuerlich. Sämtliche Elektronik verschwindet jetzt in einen Betoncontainer, gerade mal so groß, dass ein oder zwei Techniker darin Platz finden.

In meiner Jugend war das Stellwerk das Erste, was ich als Bestandteil von Paderborn wahr genommen habe, wenn ich aus Bad Lippspringe in die Paderstadt kam, und somit in gewisser Weise prägend. Die Form mit den abgerundeten Ecken hatte immmer irgendwie etwas "spaciges". So etwas trauen sich heute nur noch die wenigsten zu bauen!

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es wohl eher schwierig ist, für das alte Gebäude einen neuen Nutzen zu finden. Hinzu kommt, dass der Platz wohl anderweitig genutzt werden soll. Und trotzdem: Auch wenn mit diesem Gebäude sicherlich kein Schönheitswettbewerb zu gewinnen ist, hat es mehr Charakter, als so manche neue Eigentumswohnungssilos, die in ihrer Einfallslosigkeit und ihrer Styolverpackung an Langweiligkeit nicht zu übertreffen sind.

Hier wird wieder einmal ein Stück Epoche der Nachkriegsarchitektur auslgelöscht, wird wiedermals wird ein Stück Baugeschichte zu Autobahnuntergrund.