Auf diesen Seiten schreiben wir immer mal wieder einen kleinen Beitrag sowohl über unsere Heimatstadt als auch über andere Dinge, die uns umgeben. Wann und worüber hier etwas erscheint, hängt stark davon ab, wie viel Zeit uns zum Verfassen bleibt und dem, was uns gerade unter den Nägeln brennt.

Daten retten Leben!

datenreihen ©Gerald Kaufmann

Schon seit langer Zeit wird EDV-Untericht an Schulen gegeben. Meistens wird das Wissen über Textverarbeitung und Tabellenkalkulationsprogramme vermittelt. Vielleicht ein guter Anfang, wirklich zielführend ist das nicht. Geschichtlich gesehen kommt Textverarbeitung erst sehr spät zum Einsatz, und zwar erst in dem Moment wo für so etwas fast schon massenhaft Speicherplatz auf Computern vorhanden war. Bei der Tabellenkalkulation verhält es sich ähnlich, Sie ist im Prinzip eine beschnittene Datenbank, die sich wie eine Textverarbeitung bearbeiten lässt.

Datenbanken hingegen gab es schon bevor es Computer gab. Mechanische Apparaturen konnten unzähliche Lochkarten durchsuchen und auswerten. Diese Geräte gehörten zu den Komponenten aus denen später der Computer entstand. Datenbanken sind logisch und einfach aufgebaut. Grundsätzlich gut zu verstehen von Menschen und erst recht von Maschinen. Sie bilden heute das Rückrand einer jeden EDV. Nirgends wird man eine Webanwendung oder eine Warenwirtschaft finden, in der im Hintergrund eine Textverarbeitung oder Kalkulationssoftware arbeitet. Es kommt immer eine Datenbank zum Einsatz.

Somit fängt man mit dem speziellen an und kommt hinterher gar nicht mehr zu den Grundlagen. Und das alles weil es vermeintlich einfacher ist.

Nicht jeder der an einen Grundkurs in Datenbanken teilgenommen hat wird später Anwendungsprogrammierer. Aber es dürfte das Verständnis für Datenbankbasierte Anwendungen massiv steigern. Der Anwender würde ein Verständnis dafür bekommen warum wann das System welche Daten braucht, um am Ende an das passende Ergebnis zu gelangen. Datenbankanwendungen arbeiten halt nicht wie eine Textverarbeitung, wo man im Prinzip alles irgendwo hinschreiben kann. Das diese Erfahrungen fehlen ist ein Hinweis auf das Versagen der Behörden während der Corona Kriese, in der sich die Mitarbeiter zu oft weigern sich in neue Anwendungen einzuarbeiten.

Einst hat es sogar mal einen Ansatz gegeben Grundschülern das Grundprinzip der Datenbank nahe zu bringen. Mit bunten Dreiecken, Kreisen und Quadraten in verschiedenen Größen aus Plastik wurde dies unter dem Namen Mengenlehre das umgesetzt, was Datenbanken automatisch machen: sortieren und zuordnen und auswerten. Aber schon damals haben widerspenstige Eltern (weil sie ses selbst nicht verstanden) diesen wertvollen Ansatz zunichte gemacht. Es wurde nie wieder ein neuer Versuch unternommen diese wichtigen Fähigkeiten ganz früh zu vermitteln. Vierzig Jahre später rächt es sich dass dieser Ansatz begraben wurde. Auswerten dauert Tage und unsere Regierung mus auf Grundlage veralterter Infektions- und Mortalitätszahlen entscheidungen treffen.